Galgenbuck Dättwil- Stellungnahme SP Baden

Galgenbuck - Entwicklungsrichtplan 2020 - Mitwirkungsverfahren im Rahmen der Teilrevision der allgemeinen Nutzungsplanung - Stellungnahme SP Baden

Der Einwohnerrat hat in seiner Sitzung vom 28. Januar 2020 das Raumentwicklungskonzept REK 2040 mit der folgenden politischen Grundhaltung verabschiedet:

"Die Stadt Baden als Kernstadt der Region bekennt sich zu einem nachhaltigen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, strebt eine qualitativ hochstehende räumliche Innenentwicklung an und geht die nachhaltige Stadtentwicklung aktiv an. Neben der Weiterentwicklung als Ort für Wohnen, Arbeit und Freizeit stehen die Wahrung von Identitäten und Freiraumqualitäten an vorderster Stelle."

In diesem Sinne sieht die SP Baden das Mitwirkungsverfahren zur Teilrevision der allgemeinen Nutzungsplanung im Hinblick auf eine Entwicklung im Gebiet Galgenbuck als geeigneten Anlass, eine vertiefte Diskussion über die Art und Weise, wie unsere Gemeinde das prognostizierte Bevölkerungswachstum nachhaltig angehen will, zu führen.

Auf der einen Seite sieht die SP Baden mit der Einzonung des Gebiets Galgenbuck die grosse Chance, eine nachhaltige und siedlungsverträgliche Entwicklung des Gebiets von Grund auf zukunftsweisend zu gestalten. Wenn sich die Stadt Baden im REK 2040 schon zu einem nachhaltigen Bevölkerungswachstum bekannt hat, dann kann sie hier ein erstes Mal zeigen, dass es ihr damit ernst ist und die Siedlung so planen, dass Nachhaltigkeit in aller Konsequenz vorgelebt wird! Mehr dazu im folgenden Abschnitt „Optionen für das Gebiet Galgenbuck“.

Auf der anderen Seite kann die SP Baden die z.T. starken Widerstände der Dättwiler Bevölkerung gegenüber einer Einzonung des Gebiets Galgenbuck, insbesondere was die Erschliessung betrifft, nachvollziehen. In diesem Zusammenhang hat es der Stadtrat bisher verpasst, seine Ideen für den gesamten Stadtteil Dättwil konkreter aufzuzeigen. Im REK 2040 wird auf der Seite 56 die „Stadtreparatur Dättwil“ angesprochen, welche eine bessere Anbindung des Segelhofs an das Dättwiler Dorfzentrum anspricht, die im Zusammenhang des Ausbaus der A1 mit dem Kanton angegangen werden könnte. Hier stellt sich die Frage, was der Stadtrat unternimmt, um diese Möglichkeiten zu konkretisieren. Neben der Entwicklung eigener konkreter Ideen wären auch Studien an FH und/oder ETH denkbar. Seit der eher abweisenden Beantwortung einer Anfrage von Stefan Häusermann und Mitunterzeichnenden vom 28. Juni 2017 betreffend Überdeckung der A1 bei Dättwil hätten sich in diesem Bereich durchaus konkretere Vorstellungen bilden können. Weiter fällt auf, dass sowohl im Bericht zum Entwicklungsrichtplan wie im REK 2040 die Anbindung von Dättwil an das Badener Stadtzentrum durch den öffentlichen Verkehr ausschliesslich auf Busse setzt. Weitere Möglichkeiten, wie z.B. eine Reaktivierung der alten Nationalbahnstrecke oder das Weiterziehen der Limmattalbahnstrecke Richtung Mutschellen, werden mit keinem Wort erwähnt, obwohl sie ein erhebliches Potenzial für die Entwicklung und nachhaltige Anbindung von Dättwil haben könnten. Auch hier stellt sich die Frage, wie diese Möglichkeiten weiter konkretisiert werden könnten.

Forderung 1:

Die SP Baden fordert, dass im Zusammenhang der Entwicklungsplanung Galgenbuck für Dättwil weitere Alternativen zu den Entwicklungsmöglichkeiten geprüft werden, wie z.B. eine Überdeckung der A1 zur Gewinnung von nutzbarem Boden sowie die Prüfung einer Reaktivierung der alten Nationalbahnstrecke oder einer erweiterten Streckenführung der Limmattalbahn für den öffentlichen Verkehr.

Optionen für das Gebiet Galgenbuck

Wie bereits zu Beginn betont, sieht die SP Baden im Gebiet Galgenbuck aber auch eine grosse Chance für die Siedlungsentwicklung in Baden. Einer der grössten Knackpunkte (und auch Streitpunkte mit dem Kanton) einer Überbauung Galgenbuck ist jedoch der Verkehr. Die Mellingerstrasse kommt schon heute an ihre Grenzen, die Pilgerstrasse als Verkehrsachse hätte massiv negative Auswirkungen auf die Anrainer, die anderen Strassen versprechen keine gute Anbindung an das Stadtzentrum, sondern dienen als Autobahnzubringer, was dem Anliegen einer autoreduzierten Siedlung für Leute, die in Baden und Umgebung arbeiten, widerspricht.

Die Erschliessung des Gebiets Galgenbuck müsste aus diesen Überlegungen heraus hauptsächlich über den öffentlichen Verkehr und mit dem Velo angegangen werden. Dazu sind entsprechende Vorschläge im Erschliessungskonzept aber viel zu wenig präsent.

Forderung 2:

Die SP Baden fordert, dass die Erschliessungsmöglichkeiten für eine autoarme bis autofreie Siedlung bereits jetzt genauer geprüft werden. Der Stadtrat soll mit all seinen Möglichkeiten darauf hinwirken, dass die Bauträger*innen ihre Projekte mit dem Parkfelder-Minimum von 50% planen. Dazu ist es unerlässlich, dass die Erschliessung des Galgenbucks über den öffentlichen Verkehr noch ausgeweitet wird (z.B. über eine Stadtbahn).

In den Erläuterungen zum Entwicklungsrichtplan wird betont, dass das Gebiet Galgenbuck die „letzte grosse zusammenhängende Siedlungsreserve der Stadt Baden“ bildet. Dieser Umstand könnte legitimerweise auch zur Forderung führen, diese Reserve auch als solche zu behandeln und für spätere Generationen und damit eventuelle andere Nutzungen zu erhalten. Wenn aber dennoch beschlossen wird, zum jetzigen Zeitpunkt die Pläne für eine Überbauung dieses Gebiets anzugehen, dann muss die geplante Siedlung aus Sicht der SP Baden ein Musterbeispiel in Städtebau und Energieversorgung sein.

Forderung 3:

Sollte auf dem Galgenbuck gebaut werden, sollen ausschliesslich Vorzeigeprojekte umgesetzt werden, die Nachhaltigkeit in aller Konsequenz vorleben: Die Siedlung soll durch öV gut erschlossen und weitgehend autofrei sein, es soll eine gute soziale Durchmischung der Bevölkerung erreicht werden, was nicht zuletzt über attraktiven und günstigen Wohnraum erreicht werden kann. Das Baurecht soll in erster Linie an gemeinnützige Bauträger*innen (Wohnbaustiftung, Genossenschaften) vergeben werden. Zudem soll bei der Überbauung ein besonderes Augenmerk auf die Ausschöpfung von Energieerzeugung gelegt werden.

Die vorgeschlagene BNO Galgenbuck soll so angepasst werden, dass die oben genannten Forderungen umgesetzt werden können.

SP Baden

Teilen: